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Wenn Worte verbinden – wie das „kleine Wir“ Sprache und Gemeinschaft wachsen lässt

In den vergangenen drei Wochen stand bei uns ein besonderes Projekt im Mittelpunkt: „Das kleine Wir“. Gemeinsam mit den Kindern haben wir uns intensiv damit beschäftigt, was Gemeinschaft bedeutet, wie sie entsteht und wie sie wachsen kann. Dabei spielten Sprache und soziales Miteinander eine zentrale Rolle – sowohl in geplanten Angeboten als auch im freien Spiel in all unseren Funktionsräumen.

Ausgehend von Bilderbüchern, Erzählkreisen, dem Kamishibai und kreativen Gestaltungsangeboten wie Bügelperlen-Wirs oder einer gemeinsamen Wir-Wimpelkette haben die Kinder das „kleine Wir“ zunächst kennengelernt und verstanden. Sprache war dabei ein wichtiges Mittel, um Gefühle, Gedanken und Beziehungen auszudrücken. Doch schnell wurde deutlich: Gemeinschaft entsteht nicht nur in Angeboten, sondern vor allem im Alltag.

Gerade in den Funktionsräumen begleiten wir die Kinder sprachlich in ihren Spielsituationen. Wir greifen Gesprächsanlässe auf, benennen Gefühle und unterstützen die Kinder darin, ihre Anliegen, Wünsche und Grenzen mitzuteilen. Kommt es zu Ausgrenzung, unfreundlichen Worten oder Konflikten, stellen wir gezielt den Bezug zum kleinen Wir her: Wenn jemand ausgeschlossen wird oder gemeine Worte fallen, wird das Wir kleiner. Wenn Kinder einander helfen, freundlich sprechen oder gemeinsam spielen, wächst es wieder. So lernen sie, die Wirkung ihrer Sprache auf andere wahrzunehmen und Verantwortung für das soziale Miteinander zu übernehmen.

Ein besonders berührender Moment entstand nach einer herausfordernden Situation im Alltag. Gemeinsam mit den Kindern haben wir eine „Komplimente-Dusche“ im Türrahmen gestaltet. Jedes Kind durfte hineingehen und wurde von den anderen mit freundlichen Worten überschüttet. Aussagen wie „Du bist mein bester Freund“, „Du lächelst so freundlich“ oder „Ich hab dich richtig lieb“ zeigten eindrucksvoll, wie stärkend Sprache sein kann und wie sehr sie das Gemeinschaftsgefühl fördert.

Aus all diesen Erfahrungen heraus ist schließlich unser eigenes großes Wir entstanden. Dieses begrüßt uns nun täglich in der Bibliothek und erinnert uns daran, wie wichtig achtsame Worte, gegenseitiger Respekt und gemeinsames Handeln sind. So verbinden wir den Bildungsbereich Sprache ganz bewusst mit der Sozialkompetenz und unterstützen die Kinder darin, tragfähige Beziehungen aufzubauen – im Spiel, im Alltag und weit darüber hinaus.